Ergebnisse der Studie MusVis zur spielerischen Erkennung der Lese-/Rechtschreibstörung

Die Ergebnisse der MusVis Studie von den ersten 178 Teilnehmern zur Erkennung von Unterschieden in der Spielweise von Kindern mit und ohne eine Lese-/Rechtschreibstörung.

Bekanntmachung vom 20.04.2018, Maria Rauschenberger

Ich bin Maria Rauschenberger und bei mir wurde die Lese-/Rechtschreibstörung in der zweiten Klasse festgestellt. Seitdem habe ich mein Abitur im Jahr 2006, meinen Bachelor of Engineering im Jahr 2010 und meinen Master of Science im Jahr 2015 gemacht. Ich weiß wie schwer es ist die Lese-/Rechtschreibstörung zu kompensieren. Ich kenne persönlich noch weitere Personen die dies tun. Damit dies auch für andere möglich ist brauchen Personen mit einer Lese-/Rechtschreibstörung mehr Zeit zum Erlernen der Sprache.

Ich möchte helfen, dass die Lese-/Rechtschreibstörung noch einfacher, spielerischer und frühzeitiger erkannt wird. Deshalb forsche ich an Möglichkeiten dies mit neuen Technologien zu erreichen.

Zu diesem Zweck habe ich in den letzten zwei Jahren innerhalb meiner Promotion an der Universitat Pompeu Fabra und in Kooperation mit der Hochschule Emden/Leer einer Studie zur spielerischen Erkennung der Lese-/Rechtschreibstörung mit dem Namen “MusVis” durchgeführt. Die Idee wurde bereits mit dem Deutschen Lesepreis 2017 ausgezeichnet.

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Grundschulkinder spielen „MusVis“ auf dem iPad.(c) Maria Rauschenberger

Im April 2018 werden nun die ersten wissenschaftlichen Ergebnisse auf der Web4All-Konferenz im Rahmen der WWW-Konferenz vorgestellt.

Rauschenberger, M., Rello, L., Baeza-Yates, R., & Bigham, J. P. (2018). Towards language independent detection of dyslexia with a web-based game. In W4A ’18: The Internet of Accessible Things. Lyon, France. http://doi.org/10.1145/3192714.3192816

— Web4All (15th International Cross-Disciplinary Conference on Web Accessibility, http://www.w4a.info/2018/)

— WWW (The WEB Conference, https://www2018.thewebconf.org) auf der Sir Tim Berners-Lee präsent ist. Er gilt als einer der Erfinder des Internets.

Eine Person mit einer Lese-/Rechtschreibstörung hat Schwierigkeiten zu lesen und zu schreiben unabhängig von der Muttersprache. Deshalb tretten die Schwierigkeiten beim Erlernen einer Fremdsprache ebenfalls auf.

Die Analyse der Fehlerwörter von Kindern mit einer Lese-/Rechtschreibstörung zeigten ähnliche Fehlerkategorien für Spanisch, Englisch und Deutsch. Dies spricht für eine ähnliche Wahrnehmungen von Personen mit einer Lese-/Rechtschreibstörung zwischen den Sprachen.

Die Ergebnisse unserer Studie deuten darauf hin, dass ein signifikanter Unterschied zwischen Personen mit und ohne Lese-/Rechtschreibstörung für vier Indikatoren in dem visuelle Spiel zwischen Spanisch, Deutsch, Englisch und Katalanisch gemessen werden kann.

Dies bedeutet, dass Person mit Legasthenie den visuellen Spielinhalt unabhängig von der Muttersprache ähnlich wahrnehmen. Dagegen unterscheidet sich die Wahrnehmung von Personen ohne und mit einer Lese-/Rechtschreibstörung unabhängig von der Muttersprache.

Weitere Untersuchungen müssen durchgeführt werden, um die Ergebnisse zu bestätigen, aber diese erste Pilotstudie zeigt, dass es möglich sein könnte, die Lese-/Rechtschreibstörung unter Verwendung unseres Inhalts, unseres Ansatzes und unseres Spieldesigns mit dem gleichen sprachunabhängigen Inhalt für verschiedene Sprachen zu messen.

Kinder mit einer Lese-/Rechtschreibstörung mit der Muttersprache Deutsch oder Spanisch …

  • klicken weniger,
  • nehmen sich mehr Zeit bevor sie das Erstemal klicken,
  • haben weniger richtige Antworten,
  • brauchen mehr Zeit für eine richtige Antwort,

als ihre sprachliche Kontrollgruppe.

Zusammenfassung aus der wissenschaftlichen Publikation — Rauschenberger, M., Rello, L., Baeza-Yates, R., & Bigham, J. P. (2018). Towards language independent detection of dyslexia with a web-based game. In W4A ’18: The Internet of Accessible Things. Lyon, France. http://doi.org/10.1145/3192714.3192816 :

  • Es konnten Unterschiede in der Spielweise für die Klick-Intervalle, die Dauer und die durchschnittliche Klickzeit beim Musikspiel festgestellt werden.
    • Die Klick-Intervalle, die Dauer und die durchschnittliche Klickzeit für das Musikspiel in spanischer Sprache zeigen das Personen mit LRS mehr Zeit benötigen.
    • Bei Personen mit Deutsch als Muttersprache kann dies nicht eindeutig beobachtet werden. Hier scheint es so, dass Personen mit einer LRS weniger Zeit benötigen.
  • Es konnten Unterschiede in der Spielweise für die gesamte Klickanzahl, die Zeit bis zum ersten Klick, richtige Antworten und Wirkungsgrad beim visuellen Spiel festgestellt werden.
    • Kinder mit einer LRS klicken signifikant weniger als die Kontrollgruppe.
  • Gemeinsamkeiten zwischen Sprachen?
    • 5 Parameter zeigen die gleiche Tendenz und könnten damit in einer größeren Stichprobe für die sprachübergreifende Erkennung eingesetzt werden. (gesamte Klickanzahl, Zeit bis zum ersten Klick, richtige Antworten, Genauigkeit und Wirkungsgrad)
  • Unterschiede zwischen Sprachen?
    • Die Annahme, dass die Tendenz der Indikatoren über alle Sprachen hinweg gleich ist, kann nicht für alle Indikatoren in unserer Studie nachgewiesen werden, z.B. beginnen deutsche Teilnehmer mit Legasthenie schneller zu klicken (Musik) als die spanischen Teilnehmer im Vergleich zu ihrer Sprach-Kontrollgruppe.
  • Fehler im Text vs. Fehler im Spiel
    • Bisher werden Kinder unter anderem aufgrund ihre Fehlerrate in geschriebenen Texten durch z.B. den diagnostischer Rechtschreibtest eingestuft. In unserer wir auch in vorherigen Studie konnte dies nicht für Spielfehler bestätigt werden. Kinder mit einer LRS machen genauso wenig Spielfehler wie ihre Kontrollgruppe.

Die Ergebnisse diese Pilotstudie sind ein erster Hinweis und müssen bestätigt werden. Eltern oder Lehrer können ihre Kinder mit und ohne eine Lese-/Rechtschreibstörung für die Nachfolgestudie “DGames” bei Maria Rauschenberger anmelden (teilnehmerforschung(a)gmail.com):

Dafür spielen Kinder mit und ohne eine LRS das Online-Spiel DGames bequem von Zuhause. Das Web­Spiel enthält musikalische und visuelle Elemente. Die Teilnehmer benötigen etwa zehn Minuten für das Spiel.

Für die weitere Forschung werden aktuell Teilnehmer im Alter von 5 bis 12 Jahren gesucht. Für Ihre persönliche Einladung zur Teilnahme am Forschungsprojekt schreiben Sie bitte eine E­-Mail an teilnehmerforschung(a)gmail.com  oder nutzen sie das Kontaktformular.

LRS Forschung: Teilnehmer*innen gesucht !! 2018

Teilnehmeraufruf für die Studie „DGames“. Ziel der Forschung ist die frühzeitige, einfache und spielerische Erkennung der Lese-/Rechtschreibstörung. Es werden TeilnehmerInnen im Alter von 5 bis 12 Jahren gesucht.

Mein Name ist Maria Rauschenberger und im Rahmen meiner Promotion an der Universitat Pompeu Fabra in Barcelona führe ich eine Online-Vergleichsstudie zum Thema der Lese-/Rechtschreibstörung in Spanisch, Deutsch und Englisch durch. Die erste Iteration der Studie 2017 mit dem Namen MusVis war mit ca. 330 TeilnehmerInnen ein voller Erfolg. An diesen Erfolg anknüpfen möchte ich mit meiner nächsten Studie zur Lese-/Rechtschreibstörung, mit dem Titel: DGAMES

Das Ziel dieses Forschungsprojektes ist die Untersuchung der Wahrnehmung von Personen mit und ohne eine Lese-/Rechtschreibstörung,* um aus den Ergebnissen eine Vorhersage für eine Lese-/Rechtschreibschwäche abzuleiten.

* Es sind die Lese-/Rechtschreibstörung sowie die Lese-/Rechtschreibschwäche oder auch Legasthenie gemeint.

Kinder im Alter von 5 bis 12 Jahren spielen dafür zwei Online-Mini-Spiele. Das eine Mini-Spiel enthält akustische Elemente und das andere Mini-Spiel enthält visuelle Elemente (Siehe Abbildung). Dauer: 10 Minuten

Gerade suchen wir Teilnehmer*innen für diese Studie. Bitte senden Sie hier ihre Kontaktdaten für die Teilnahme an dieser Studie mit dem Kontaktformular an mich. Ich schicke Ihnen dann die Forschungseinladung.

 

 



Anonymität, Datenschutz und Freiwilligkeit

Die Datenerhebung, -speicherung und –auswertung ist gänzlich anonym, an keiner Stelle muss der Name eines/r Teilnehmers*in angegeben werden. Die anonymisierten Daten werden 5 Jahre lang gespeichert. Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig. Sie können jederzeit und ohne Angabe von Gründen Ihre Einwilligung zur Teilnahme an dieser Studie widerrufen, ohne dass Ihnen daraus Nachteile entstehen.

Die im Rahmen dieser Studie erhobenen Daten und persönlichen Mitteilungen werden vertraulich behandelt. So unterliegen diejenigen Mitarbeiter, die durch direkten Kontakt mit Probanden über personenbezogene Daten verfügen, der Schweigepflicht. Des Weiteren wird die Veröffentlichung der Ergebnisse der Studie in anonymisierter Form erfolgen, d. h. ohne dass Daten einer Person zugeordnet werden können.


 

Auswahl an Presseberichten:

15.02.2017 – Betzold Blog: Wie wir bereits jetzt helfen können, die LRS spielerisch und frühzeitig zu erkennen

2018/01 » Sat1 Regional Niedersachsen, Forscherin aus Oldenburg entwickelt App für Kinder mit Lese- und Rechtschreibschwäche

01/2018 » NDR.de Beitrag über die spielerische Früherkennung der Lese-/Rechtschreibschwäche.

12/2017 » NDR Info, Persepktiven (Radio) über Computerspiel erkennt Lese-/Rechtschreibtschwäche bei Kindern.


 

Die ersten Ergebnisse der Studie MusVis wurden auf der Web for All (w4a/www) vorgestellt. Ergebnisse der Studie MusVis zur spielerischen Erkennung der Lese-/Rechtschreibstörung

Der Prototype von MusVis wurde mit 5 Kindern und 5 Erwachsenen entwickelt und die Ergebnisse wurden auf der wissenschaftlichen Konferenz Web for All (W4a) in Australien Anfang April 2017 präsentiert.

 

Warum ich das mache?

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Ich bin Maria Rauschenberger und bei mir wurde die Lese-/Rechtschreibstörung in der zweiten Klasse festgestellt. Seitdem habe ich mein Abitur im Jahr 2006, meinen Bachelor of Engineering im Jahr 2010 und meinen Master of Science im Jahr 2015 gemacht. Ich weiß wie schwer es ist die Lese-/Rechtschreibstörung zu überwinden. Ich kenne persönlich noch weitere Personen die dies geschafft haben. Damit dies auch für andere möglich ist brauchen Personen mit einer Lese-/Rechtschreibstörung mehr Zeit zum Erlernen der Sprache.

Ich möchte helfen, dass die Lese-/Rechtschreibstörung noch einfacher, spielerischer und frühzeitiger erkannt wird. Deshalb forsche ich an Möglichkeiten dies mit neuen Technologien zu erreichen. Mit dieser Studie können Sie mir helfen dieses Ziel zu erreichen.

Videoreihe: Vorbilder mit Legasthenie

 

Als Mitglied der Jungen Aktive  des Bundesverbandes für Legasthenie und Dyskalkulie habe ich mit Nicolas Soemer, Mario Ganz-Meyer, Jork Geercken sowie Frederic Braun und Carl-Ludwig Schmidt die Video-Reihe Vorbilder mit Legasthenie und Dyskalkulie gestartet.

Ziel ist die Erfahrung von erfolgreichen Betroffenen und ihren Lebensweg zu beleuchten, um damit jungen Betroffenen eine Zukunftsperspektive zu geben. Denn es gibt viele Möglichkeiten die Lese-/Rechtschreibstörung oder auch die Dyskalkulie zu besiegen.

Vielen Dank noch mal an Frederic (https://cookiepictures.net) für Kamera und Schnitt!

Deutscher Lesepreis 2017: Wir sind nominiert!

Spielerische Erkennung der Lese-/Rechtschreibstörung aus Oldenburg/Barcelona ist nominiert!

Pressemitteilung

Deutscher Lesepreis 2017: Spielerische Erkennung der Lese-/Rechtschreibstörung aus Oldenburg/Barcelona ist nominiert!

 

Oldenburg/Barcelona 16.09.2017. 36 Projekte in vier Kategorien umfasst die Shortlist für den Deutschen Lesepreis 2017. Ausgewählt wurden sie aus 281 Bewerbungen aus dem gesamten Bundesgebiet. In der Kategorie Ideen von morgen ist Maria Rauschenberger mit Spielerische Erkennung der Lese-/Rechtschreibstörung nominiert. Bei dem Projekt handelt es sich um ein spielerisches Vorgehen kombiniert mit musikalischen und visuellen Elementen um Kinder mit einer Lese-/Rechtschreibschwäche vor dem Eintritt in die Schulzeit zu erkennen. Frühzeitige Erkennung wird Kindern Zeit und die nötige Hilfe zukommen lassen, um das Lesen und Schreiben zu erlernen.

Bedanken möchte ich mich bei folgenden Unterstützern:

— Friederike Hansch, Grundschullehrerin, Niedersachsen

— Lena Klaus, Lehrerin, Schleswig-Holstein

— Peggy Stümpel von AncoraMentis, Psychologische Beratung, Lernberatung und Lerntraining

— Monika Batke, Projektkoordination fem:talent Stipendium Hochschule Emden/Leer

 

Hintergründe zum Deutschen Lesepreis

Die Fähigkeit zu lesen ist für den Zusammenhalt und Erfolg einer Gesellschaft entscheidend: Kinder und Jugendliche, die regelmäßig zum Buch oder E-Book greifen, verstehen komplexe Sachverhalte meist besser als Altersgenossen mit weniger Leseerfahrung. Zudem begegnen sie anderen Menschen häufig mit mehr Empathie und können ihre Anliegen deutlicher formulieren. Allerdings weisen PISA-Studien und OECD-Berichte für die Lesekompetenz deutscher Kinder seit Jahren große Defizite auf: 16,2 Prozent der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler verfügen nur über eine (sehr) schwache Lesekompetenz. Darüber hinaus sind hierzulande rund 7,5 Millionen Erwachsene funktionale Analphabeten. Der Deutsche Lesepreis wird daher an Menschen verliehen, die sich nachhaltig für die Leseförderung einsetzen. Die Initiatoren wollen damit das breite gesellschaftliche und individuelle Engagement derer würdigen, ohne die eine flächendeckende Vermittlung von Lesefreude und -kompetenz nicht möglich wäre.

 

Schirmherrin des Deutschen Lesepreises ist Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters

 

Der mit insgesamt 19.500 Euro dotierte Deutsche Lesepreis ist ein gemeinsame Initiative von Stiftung Lesen und Commerzbank-Stiftung und wird seit 2013 für vorbildhaftes Engagement in der Leseförderung verliehen. Unterstützt werden die beiden Initiatoren von FRÖBEL e.V., der PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur und der Arnulf Betzold GmbH. Die Auszeichnung steht unter der Schirmherrschaft von Staatsministerin für Kultur und Medien Prof. Monika Grütters. Die festliche Verleihung des Deutschen Lesepreises an die finalen zehn Preisträger findet am 9. November 2017 im Berliner Humboldt Carré statt.

 

Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen: „Bildung fängt mit Lesen an. Ohne die Fähigkeit, Texte zu verstehen, fällt es schwer, Herausforderungen in Schule, Beruf und Alltag zu meistern. Um Kinder und Jugendliche für das Lesen zu begeistern, braucht es Menschen, die sich mit ungewöhnlichen Ideen, großer Ausdauer und viel Enthusiasmus engagieren. Die nominierten Projekte für den Deutschen Lesepreis zeigen, wie lebendig und erfindungsreich die Leseförderung hierzulande ist.

 

Astrid Kießling-Taşkın, Vorstand der Commerzbank-Stiftung, betont: „Lesen ermöglicht Teilhabe. Neues weckt Interesse. Das sind die beiden grundlegenden Anforderungen, die eine aussichtsreiche Bewerbung für den Sonderpreis „Ideen für morgen“ ausmachen. Unser Ziel ist es, die Leseförderung auch in Zukunft fit zu halten.“

 

 

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Präsentation in Barcelona 2017

Ausgewählt von der Jury für die erste Runde von Falling Walls!

Titel:

Breaking the Wall of dyslexia. A tool with the potential to change children life.

September 12th 2017, 16h.

Auditorium, Roc Boronat 138, Barcelona. UPF Communication Campus.